FSME macht keinen Urlaub: Impfschutz rechtzeitig überprüfen

6. Juli 2026

Wien, 6. Juli 2026  Aktuell treffen Menschen und Zecken wieder häufig aufeinander: auf der Liegewiese am See, beim Wandern in mittleren Lagen oder im eigenen Garten. Ein Zeckenstich lässt sich dabei nicht immer zu verhindern, wohl aber, dass dieser zu einer potenziell schwerwiegenden FSME-Erkrankung führt. Wer plant, am Wochenende oder im Urlaub viel Zeit in der Natur zu verbringen, sollte sicherstellen, dass der FSME-Impfschutz auf dem aktuellen Stand ist. Das gilt auch dann, wenn die Reise ins Ausland führt. In vielen anderen europäischen Ländern gibt es ebenfalls FSME-Endemiegebiete.

Wo Zecken besonders häufig sind
Zecken lieben jene Aufenthaltsorte, die auch wir bevorzugen, wenn es warm wird: Waldränder, Wiesen, Gärten und sogar städtische Parks. Beim Vorbeigehen oder beim Liegen im Gras streifen wir sie ganz einfach von den Halmen ab. „Da Zecken sich oft unbemerkt unter unserer Kleidung bewegen, können sie sogar an Stellen stechen, die gar nicht direkt der Natur ausgesetzt waren“, erläutert Doz.in Dr.in Ursula Hollenstein, Reisemedizinerin und Fachärztin für Innere Medizin. Erwachsene werden besonders häufig am Unterkörper oder an den Armen gestochen, Kindern am Kopf oder am Hals. Wer eine Zecke am Körper entdeckt, sollte sie so rasch wie möglich entfernen. Das schützt zwar nicht vor FSME, kann aber helfen, eine Infektion mit der potenziell nervenschädigenden Borreliose zu vermeiden.[1]

Bereits über 50 FSME-Infektionen bestätigt
Die Schulferien – und damit die Zeit des Jahres, in der wir uns besonders häufig im Freien aufhalten – beginnen gerade erst, dennoch wurden heuer bereits 54 FSME-Infektionen nachgewiesen. Mit Abstand die meisten gab es in Oberösterreich.[2] Zum Vergleich: 2025 wurden insgesamt 132 Personen mit FSME hospitalisiert, weitere 26 konnten ambulant behandelt werden.[3] „Auch wenn es Hotspots gibt, kann man in keinem Bundesland und keiner Region wirklich vor FSME sicher sein“, betont die Expertin. „Sogar in Wien kommt es immer wieder zu Infektionen.“

FSME in Europa weit verbreitet
FSME ist nicht nur in Österreich, sondern in vielen europäischen Ländern ein relevantes Thema. Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass beispielsweise die Schweiz, viele Gebiete in Süddeutschland, Tschechien, Slowenien oder sogar Teile von Norditalien Endemiegebiete sind.[4],[5] Geradezu als FSME-Hochburg könnte man das Baltikum bezeichnen. Allein in Litauen wurden 2025 642 Fälle registriert[6], bei einer Bevölkerungszahl von nicht einmal drei Millionen Einwohnern. Selbst in Skandinavien und Finnland erkranken Menschen an dem Virus.4 „FSME ist also auch eine wichtige Reiseimpfung“, meint Hollenstein. „Die Vorbereitung auf die nächste Reise, selbst wenn sie nur in Europa stattfindet, bietet somit eine gute Gelegenheit, um den aktuellen FSME-Impfstatus zu checken.“

Rechtzeitig auffrischen
Laut österreichischem Impfplan wird die Auffrischungsimpfung für erwachsene Personen unter 60 Jahren alle fünf Jahre angeraten. Wer älter ist, sollte sich alle drei Jahre impfen lassen. Idealerweise sollte man dies bereits vor der FSME-Saison im Jänner oder Februar zu tun. Wer dies noch nicht erledigt hat, sollte dies spätestens jetzt nachholen, sofern dieses Jahr eine Impfung ansteht.[7]

Auch bisher Ungeimpfte können sich noch schützen. Je nach geplanten Aktivitäten und Aufenthaltsort kann ein Schnellimmunisierungsschema sinnvoll sein“, erläutert Expertin Hollenstein. „Dabei reichen – abhängig vom verwendeten Impfstoff – zwei bis drei Dosen innerhalb eines verkürzten Zeitraums aus, um noch in der aktuellen Saison einen Schutz aufzubauen.“

Aktuell noch nicht geimpft werden kann gegen die ebenfalls von Zecken übertragene Borreliose. An einem solchen Impfstoff wird derzeit geforscht.

Rückfragehinweis
Für den Österreichischen Verband der Impfstoffhersteller
FINE FACTS Health Communication GmbH
Mag.a Uta Müller-Carstanjen
E: mueller-carstanjen@finefacts.at
M: +436645153040

Impfempfehlungen sind im Österreichischen Impfplan nachzulesen, Impfberatung bieten Ärzt:innen und Apotheker:innen im österreichischen Gesundheitswesen.

[1] https://www.ages.at/mensch/krankheit/infos-zu-zecken-krankheiten#c7912, zuletzt abgerufen am 29. Juni 2026.

[2] https://viro.meduniwien.ac.at/forschung/virus-epidemiologie/fsme-1/, zuletzt abgerufen am 29. Juni 2026.

[3] Virologie der MedUni Wien, VEI 03/26.

[4] https://www.ecdc.europa.eu/en/publications-data/notification-rates-locally-acquired-tick-borne-encephalitis-cases-reported-2019, zuletzt abgerufen am 29. Juni 2026.

[5] https://www.bag.admin.ch/de/fruehsommer-meningoenzephalitis-fsme, zuletzt abgerufen am 29. Juni 2026.

[6] https://tbenews.com/tbe/13-20-9/, zuletzt abgerufen am 29. Juni 2026.

[7] BMASGPK, Impfplan Österreich 2025/2026, Version 1.0 vom 1. Oktober 2025.