Das Humane Respiratorische Synzytial-Virus: unterschätzt und teuer
RSV-Infektionen bzw. -Erkrankungen treten saisonal in der kalten Jahreszeit auf. Pro Jahr gibt es unterschiedlichen Anzahl an Erkrankungsfällen
Die für eine Krankheitskostenanalyse des IPF abgerufenen Krankenanstalten-Verrechnungs-Daten zeigen weiters, dass pro Jahr 3.301 Patient:innen aufgrund einer RSV-Infektion hospitalisiert werden müssen; 67,3 Prozent davon im ersten Lebensjahr. Hochrechnungen aus internationalen Studiendaten ergeben sogar, dass 76 Personen jährlich in Österreich an RSV sterben. Risikogruppen wie frühgeborene Kinder und Erwachsene über 60 Jahre mit chronischen Erkrankungen sind besonders gefährdet und müssen auch häufiger im Spital behandelt werden.
Die für eine Krankheitskostenanalyse des IPF abgerufenen Krankenanstalten-Verrechnungs-Daten zeigen weiters, dass pro Jahr 3.301 Patient:innen aufgrund einer RSV-Infektion hospitalisiert werden müssen; 67,3 Prozent davon im ersten Lebensjahr. Hochrechnungen aus internationalen Studiendaten ergeben sogar, dass 76 Personen jährlich in Österreich an RSV sterben. Risikogruppen wie frühgeborene Kinder und Erwachsene über 60 Jahre mit chronischen Erkrankungen sind besonders gefährdet und müssen auch häufiger im Spital behandelt werden.
„All diese Daten machen klar, dass RSV keine harmlose Erkrankung ist und ein entsprechendes Monitoring und vor allem eine Präventionsstrategie benötigt werden“, erklärt Mag.a Renée Gallo-Daniel, Präsidentin des ÖVIH.

Krankheitskosten aus 2022 re-evaluiert
Das Institut für Pharmaökonomische Forschung (IPF) hat im Auftrag des ÖVIH die finanziellen Kosten analysiert, die aufgrund von RSV-Erkrankungen entstehen. Berücksichtigt wurden direkte Kosten wie Hospitalisierungen, Arztbesuche und Medikamente sowie indirekte Kosten, die Arbeitsausfälle und Pflegefreistellungen berücksichtigen.
Die analysierten Daten ergeben RSV-bedingte Krankheitskosten pro Jahr in der Höhe von knapp 317 Millionen Euro. Davon entfallen rund 58 Millionen Euro auf die direkten Kosten und der überwiegende Teil von 83,5 Prozent auf die indirekten Kosten. Bei den direkten Kosten stellen in der Gruppe der Säuglinge als besonders gefährdete Gruppe die Krankenhauskosten die größte Kostenkomponente dar.
Fokus auf Risikogruppen
In den Risikogruppen der frühgeborenen Säuglinge oder Säuglinge mit Herzfehler beziehungsweise der Erwachsenen über 60 mit chronischen Erkrankungen ist die Anzahl der Hospitalisierungen und Aufenthalte auf der Intensivstation sowie der Arbeitsausfälle (bei Erwachsenen) besonders hoch1. Außerdem verursachen sie deutlich höhere Kosten pro Patient:in. „Genau diesen Gruppen hat sich die Forschung in den letzten Jahren besonders gewidmet“, erläutert Mag.a Sigrid Haslinger, Vizepräsidentin des ÖVIH. „Einerseits geht es darum, die bereits existierende Prophylaxe bei Säuglingen zu verbessern und andererseits älteren Erwachsenen erstmalig eine Schutzmöglichkeit zu bieten.“ Wichtiges Element hier ist, dass RSV-Infektionen derzeit nur symptomatisch therapiert werden können und nicht kausal. Somit stellt die RSV-Impfung eine wichtige präventive Schutzoption dar. Immunisierungen – entweder passiv als Antikörper oder aktiv in Form von Impfungen – gegen RSV werden in nächster Zeit immer wichtiger.
1 Springer David N, et al, Diversity of respiratory viral co-infections in Austria during seasons 2021/2022 & 2022/2023, Poster präsentiert am ESPID 2023
2 Krankheitskostenmodell RSV, IPF 2023



